Sonntag, 3. Juli 2016

Her



Manchmal geht ein Film zur Zeit seiner Veröffentlichung an einem vorbei – und wenn man ihn dann doch sieht, kann man gar nicht glauben, dass man nicht gleich am ersten Tag im Kino war … So ging es mir gestern, als ich „Her“ gesehen habe und es mich wirklich aus den Socken gehauen hat. Spike Jonze nennt seinen Film selbst eine „Lovestory“ – und genau das ist er: eine wirkliche Liebesgeschichte und doch so viel mehr. Es geht um künstliche Intelligenz, um Beziehung, um Nähe, wahre Intimität, um Klavierstücke anstelle von Fotos (was für eine brillante Idee!), um Einsamkeit und Kommunikation, um virtuelle Welten und Berührung, um Körper und Körperlosigkeit, um dies alles hier und wie wir es miteinander teilen … Es gibt Verweise auf Alan Watts (warum gibt es die eigentlich nicht in jedem Film?) und mit Joaquin Phoenix einen Hauptdarsteller, der zwei Stunden lang eine unglaublich authentische (Fast-)One-Man-Show abliefert. Ein so menschlicher Film, obwohl eine der Hauptpersonen gar kein Mensch ist … Ich kann den Streifen wirklich nur jedem ans Herz legen!