Dienstag, 7. Juli 2015

Rezension: Jiddu Krishnamurti - Das Licht in uns

Die edition steinrich aus Berlin entwickelt sich immer mehr zu meinem Lieblingsverlag. Neben einem untrüglichen Gespür für neue Autoren und Themen im buddhistischen Bereich (z.B. Bhante Dhammika oder Karl Brunnhölzl) sowie auch darüber hinausgehend (z.B. Christian Herwartz oder Karl-Heinz Brodbeck) verfügen Ursula Richard und Traudel Reiss, die beiden Köpfe des Verlags, auch über einen Sinn für das Heben älterer Bücherschätze und ihr neuerliches Verlegen.
Letzteres geschah bislang z.B. mit Bernard Glassmans Klassiker „Anweisungen für den Koch“ oder auch Joko Becks „Einfach Zen“ – und nun ganz aktuell mit einem der besten Werke Jiddu Krishnamurtis: „Das Licht in uns. Über wahre Meditation“, das kürzlich in sehr gelungener Aufmachung und in einer vom deutschsprachigen Krishnamurti-Komitee neu bearbeiteten Übersetzung erschienen ist.
In dieser Zusammenstellung öffentlicher Reden aus den Jahren 1968 – 1983 geht Krishnamurti in seiner unvergleichlichen Art auf das Thema Meditation ein, hinterfragt alle gängigen Methoden und vor allem unseren Wunsch, überhaupt einer Methode zu folgen. Er zeigt auf, wie wir beim Verwenden einer bestimmten Technik immer auch eine gewisse Form der Ideologie mit übernehmen, die uns nicht in die Freiheit, sondern in neue Konditionierungen führt.
„Wenn Sie sagen, Sie müssen meditieren, Sie müssen einem bestimmten Weg folgen oder eine bestimmte Technik praktizieren, dann konditionieren Sie sich ganz offensichtlich im Sinne dieses Systems (…) Vielleicht erreichen Sie das, was die Methode verspricht, aber es wird Asche in Ihren Händen sein, denn das dahinterstehende Motiv ist das Streben nach Erfolg, und dieses Streben entspringt der Angst.“
Krishnamurtis unermüdliches Fragen und seine klaren Ausführungen machen deutlich, dass wir mit bestehenden Methoden nur einem vorgezeichneten Weg folgen, anstatt uns selbst auf Entdeckungsreise zu begeben: „Einem anderen zu folgen, heißt ihn nachzuahmen. Jemand zu folgen heißt, dass man die eigene Klarheit verneint, die eigene Fähigkeit, den Dingen auf den Grund zu gehen, die eigene Integrität und Aufrichtigkeit (…).“
Krishnamurtis Verständnis von Meditation ist dagegen das Sein im Augenblick, wahrhaft still, frei und ungetrübt von jeder Art Theorie oder Konzept. Ein einfaches Sein, das das ganze Leben zur Meditation werden lässt und sich nicht scheut, die Wahrheit auf eigene Faust zu erforschen. Ein Sein, das jenseits ausgetretener Pfade eine in jedem Augenblich sich neu entfaltende Form der Freiheit erfährt.
„Nur in dem, was leer ist, kann etwas Neues stattfinden“, lautet der letzte Satz dieses sicherlich für Kontroversen sorgenden Buches, das unsere gängige Vorstellung von Meditation auf den Kopf zu stellen vermag. Gewöhnungsbedürftig, weil es eben keine neue Methode anbietet, aber gerade deshalb eine echte Lese-Empfehlung!

Dirk Grosser


Freitag, 3. Juli 2015

Ab heute laufen die Druckmaschinen - und ab dem 24. August steht es dann im Buchladen: "Der Buddha auf vier Pfoten" - mein neues Buch über den entspanntesten Hund und Lehrer aller Zeiten!
Eine erste Leseprobe findet Ihr hier:
http://www.randomhouse.de/…/Der-Bu…/Dirk-Grosser/e482484.rhd