Freitag, 29. August 2014

Richard Rohr und das Wahre Selbst

Heute mal ein Beitrag aus dem christlichen Bereich. Vor einiger Zeit las ich das großartige Buch "Das Wahre Selbst" von Richard Rohr, einem von mir sehr geschätzten Franziskanerpater aus den USA. Selten habe ich so viel Erhellendes in einem Buch angestrichen! Hier ein kurzer Ausschnitt:

Es gibt etwas in Ihnen, das vom Kommen und Gehen, vom Auf und Ab, vom Für und Wider und von dem lautstarken Streit der Teams des ganz und gar Richtigen und des ganz und gar Falschen nicht berührt wird. Es gibt etwas in Ihnen, das sehr geduldig ist, das Gut und Böse gleichermaßen zum Vorschein kommen lässt, genau wie Gott. Es gibt etwas in Ihnen, das nicht vorschnell urteilt. Es steht wachsam und geduldig in der tragischen Kluft, die sich in fast jedem Augenblick auftut. Es ist ein Flussbett der Barmherzigkeit. Es ist riesengroß, still und ruhig und hat viele Ressourcen. Es ist fähig zu empfangen und alles Kommen und Gehen loszulassen. Es ist die Bewusstheit selbst, nicht nur "Denken". Es weigert sich, in das Gezerre von Gedanken und Gefühlen hineingezogen zu werden, die die Kämpfe unseres Lebens ausmachen, bis es vorüber und für immer vorbei ist. Wenn wir von Kontemplation sprechen, meinen wir den Blick aus dieser unberührten Stille. In ihrem Buch Die innere Burg sagt die heilige Teresa von Ávila: "Die Seele ist geräumig, üppig, und ihre Bandbreite ist kaum zu überschätzen ... Die Sonne scheint in jeden Winkel ... und nichts kann ihre Schönheit verringern." Da ist von Ihrer Seele die Rede! Von Gott in Ihnen. Von Ihrem Wahren Selbst.

Richard Rohr, Das Wahre Selbst, S. 43

Sonntag, 24. August 2014

Neue Meditations-CD für Kinder!

Gerade erschienen: "Abenteuer-Reisen. Meditationen, die Jungen stark machen". Vier geführte Fantasiereisen aus unserem Buch "Du bist nie allein!" - Der alte Indianer und das große Lied des Lebens, Der Weg durch den Dschungel, Safari für Mutige und Ein Besuch bei der Schildkröte. Viel Spaß beim Hören & gute Reise!


Montag, 4. August 2014

Und wieder mal Watts ...

Es mag genügen, wenn wir sagen, die allgemeine, hinter Tao stehende Idee ist die von Wachstum und Bewegung. Es ist der Lauf der Natur, das Prinzip, das den Wechsel herbeiführt und regiert, der unablässige Fortgang des Lebens, das keinen Augenblick stillehält. Dem Taoismus gilt dasjenige, was absolut stillsteht oder absolut vollkommen ist, für absolut tot; denn ohne die Möglichkeit von Wachstum und Wechsel kann es kein Tao geben. In Wirklichkeit findet sich in der ganzen Welt nichts, was ganz vollkommen wäre oder völlig stillstände. Nur im menschlichen Denken sind solcherlei Vorstellungen aufgekommen, und es sind just jene Vorstellungen, die, nach der Lehre des Taoismus, dem menschlichen Elend zugrunde liegen. Denn der Mensch klammert sich an Dinge, in der eitlen Hoffnung, sie möchten unverändert und vollkommen bleiben; er mag sich mit dem tatsächlichen Wechsel nicht abfinden; er will dem Tao seinen Lauf nicht lassen.

Alan Watts, Vom Geist des Zen