Sonntag, 23. März 2014

Über Walt Whitman und die Milchstraße

"Walt Whitman hat seine Empfindungen nicht erfunden, und er war für die Form, in der er seinen Gefühlen Ausdruck verlieh, auch nicht gänzlich verantwortlich. Vielmehr stellen seine Empfindungen eine komplizierte Schöpfung der Milchstraße dar, und seine Gefühle sind eine Beschwörung des Seins, eine Beschwörung, die Gewitterstürme, Sonnenlicht, Gras, Geschichte und Tod umfasst. Walt Whitman ist ein Raum, den die Milchstraße geformt hat, um ihre eigene Herrlichkeit zu spüren."


Thomas Berry und Brian Swimme in: Autobiographie des Universums, Diederichs Verlag 1999. 


Freitag, 14. März 2014

Neues Interview

Julia Weisenberger von "Lazy Literature" hat ein Interview mit mir über Segen, die Spiritualität der kleinen Dinge, die Zusammenarbeit mit Jennie und dem Verlag, Musik und den heiligen Raum geführt... Das war ein schöner Kontakt, der sich auf der ProVego ergeben hat. Das ganze Gespräch findet Ihr HIER.

Montag, 10. März 2014

Flagge zeigen für Tibet!

1949/50 wurde Tibet von China gewaltsam besetzt. Am 10. März 1959 erhob sich das tibetische Volk gegen die Besatzungsmacht. Tausende Tibeter versammelten sich in Lhasa, dem damaligen Regierungssitz des Dalai Lama, um ihr Oberhaupt vor der Gefangennahme zu schützen.
Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen; mindestens 87.000 Tibeter kamen dabei ums Leben. Der Dalai Lama musste ins indische Exil fliehen. 150.000 der 6 Millionen Tibeterinnen und Tibetern leben heute im Exil. Im Gedenken an den Volksaufstand organisieren Tibeter und ihre Unterstützer jedes Jahr am 10. März weltweit Solidaritätsaktionen.

Weitere Infos gibt es hier: www.tibet-flagge.de
Und grundsätzlich kann ich nur jedem die Tibet Initiative Deutschland ans Herz legen.

Donnerstag, 6. März 2014

Kodo Sawaki

Buddhanatur ist nichts Besonderes. Jeder hat sie von Anfang an. Denn jeder einzelne von uns verfügt über seine eigene, wahre Gestalt.

Alles Sein ist Buddhanatur. Geistesfrieden bedeutet, zu erkennen, dass es selbst für den größten Irren unmöglich ist, aus der Buddhanatur herauszupurzeln.

Alles ist ursprünglich ein Produkt der großen Natur. Deshalb können wir sagen, dass jedes einzelne Ding durch die Gnade der Natur besteht. Es ist diese Gnade der Natur, die unser wahres Wesen, unsere eigentliche Lebensweise ausmacht.

Die Berge geizen genauso wenig mit sich wie die Flüsse: Alles gibt sich gegenseitig, ohne sich des Gebens auch nur im Geringsten bewusst zu sein. Das macht die Welt so schön.


Kodo Sawaki
(1880 - 1965)

aus: Zen ist die größte Lüge aller Zeiten, Angkor Verlag

Mittwoch, 5. März 2014

Einander ein Segen sein

(c) Patryk Kosmider - fotolia.com



Mögen unsere Worte Verbindungen sein,
die uns aufrichten, ermutigen und uns Nähe schenken.
Mögen wir einander ein Segen sein.






Wir sind Tag für Tag von Worten umgeben: Wir lesen die Zeitung, hören Nachrichten, unterhalten uns mit unseren Familienmitgliedern, unseren Arbeitskollegen, lesen E-Mails oder chatten mit Menschen am anderen Ende der Welt.
Worte bewegen uns, rühren uns zu Tränen, lassen uns herzhaft lachen, und sie haben auch schon so manche Revolution entfacht. Worte lassen uns reisen: Schon als Kinder machten wir uns auf und wurden durch Worte nach Bullerbü, nach Narnia, ins Auenland, in den Wilden Westen oder gar zu fernen Planeten geführt. Und auch als Erwachsene werden wir in unseren Herzen von so manchem Buch berührt, verbleiben manche Zeilen für immer in unserer Erinnerung. Wer hat nicht schon einmal gedacht, dass dieser oder jener Autor es geschafft hat, die eigenen Gefühle mit seinen Worten besser auszudrücken, als wir selbst es jemals gekonnt hätten?!

Ein ganzes Netz von Worten spannt sich um den Planeten. Es verbindet uns mit anderen Menschen – und je besser die Worte gewählt sind, desto tiefer die Verbindung.
Denn Worte können viel mehr, als bloße Informationen zu transportieren. Ihnen ist die Macht gegeben, sowohl zu verletzen als auch zu heilen. Sie können Menschen aufrichten, das Beste in ihnen hervorbringen, aber genauso niedermachen und tiefe Traurigkeit auslösen. Ein freundliches, aufmunterndes und ermutigendes Wort kann so manchen Tag retten und vielleicht auch darüber hinaus wirken: Ein Funke springt über, getragen von einigen wenigen Worten, die im Angesprochenen eine Anspannung lösen, ein negatives Gefühl relativieren und ein Lächeln hervorbringen, das wiederum seine eigenen Wellen schlägt. Solche Worte sind wahre Segen, sie sprechen von der Wahrheit und bringen die innerste Wahrheit eines Menschen ans Tageslicht.
Im Gegensatz dazu stehen negative, grobe und gedankenlose Worte, die unser Gegenüber verletzen und Gedanken und Gefühle in ihm auslösen, die ihn niederdrücken und es ihm unmöglich machen, seine wahre innere Wahrheit und Schönheit zu leben. Solche Worte sind eher ein Fluch und unterstützen vor allem die negativen Gedanken, die wir ohnehin viel zu oft über uns selbst hegen.

Verletzende Worte trennen uns von der Welt – wir isolieren uns in uns selbst, ziehen uns in unsere eigenen schwarzen Gedanken zurück, schmoren im eigenen Saft.
Segensreiche Worte schaffen dagegen Verbindungen, da sie Menschen öffnen: Wenn wir spüren, dass es uns erlaubt ist, ganz wir selbst zu sein, öffnet sich unser Geist auch für andere und lässt sie sein, wie sie sind. Uns wird bewusst, von welcher Vielzahl an Wundern wir umgeben sind, die ebenso lebendig und wertvoll wie wir in unserer gemeinsamen Welt existieren.

Jeden Tag können wir solche Verbindungen auf ganz einfache und unspektakuläre Weise knüpfen: Ein freundliches Wort zur Kassiererin im Supermarkt, ein Dankeschön für den Postboten oder den Müllmann, ein »Ich liebe dich!« zu unserer Partnerin oder unserem Kind, ein paar wertschätzende Worte über die Arbeit unserer Kollegin, eine Postkarte an einen alten Freund …
Achtsame Worte und schlichte Freundlichkeit erhellen uns selbst und anderen den Tag, schaffen tiefe Verbindungen, überwinden Gefühle des Getrenntseins.
Wenn wir lernen, uns selbst für die Kraft des Segens zu öffnen, diese Kraft durch uns hindurchfließen zu lassen und mit ihr andere in ihrem Innersten zu berühren, bewirken Worte einen wahren Zauber: Dort, wo diese Worte erklingen, dort, wo sie gelesen werden, wird die Welt ein klein wenig heller.
So können wir einander ein Segen sein!






Dieser Text ist ein kurzer Ausschnitt aus unserem neuen Buch:


Jennie Appel & Dirk Grosser
Jedes Wort kann ein Segen sein
Heilsame Segenswünsche selbst verfassen